Wir bekommen immer mehr Zeit, aber um welchen Preis?

(K)eine Vision der Gegenwart

Maschinen ersetzen Menschen, Computer ersetzen Börsenspezialisten. Bankautomaten ersetzen Bankangestellte. Am Flughafen checken wir ganz bequem am Selbstbedienungscheckin ein, der nette Selbstbedienungscheckinautomatenhilfedienstleister hilft an mehreren Automaten aus, das schafft er locker.
Internetportale vernichten Reisebüros.
Menschen bauen Maschinen.
Maschinen gegen Menschen.
Maschinen ersetzen Menschen.
Menschen arbeiten daran, sich selbst überflüssig zu machen.
Werkhallen riechen nach Öl, Rauch und Schweiß? Werkhallen glänzen, Roboter schweißen, schneiden, fügen zusammen. Roboter brauchen keine persönliche Schutzausrüstung, sie sind keine Personen.

In der Schreinerei programmiert ein Maschinenführer, wie das Produkt aussehen soll, schiebt eine Platte in die Maschine und bekommt, präzise zugeschnitten, staubfrei produziert, perfekt gefertigte Platten. Natürlich kennt die Maschine, nennen wir sie Claudia, damit etwas menschliches übrigbleibt, wie viel Material verbraucht wurde. Claudia kann rechtzeitig Fehlbestände im Lager diagnostizieren und automatisch Nachschub ordern.
Damit im Büro mehr Zeit bleibt; lästige Routineaufgaben wie Bestellungen schreiben oder Lieferantenkontakte pflegen, müssen nicht unbedingt sein. Claudia sorgt dafür, (kommt daher das Wort Fürsorge?), dass Monika schon mittags heimgehen darf.
Monika hat einen richtigen Beruf erlernt und wurde dafür auch richtig bezahlt. Für den Halbtagsarbeitsplatz wird sie zukünftig auch richtig bezahlt, sie bekommt eben nur das halbe Gehalt. Logisch.

Stupide, kraftraubende Arbeiten werden durch Maschinen erledigt. Hochwertige Aufgaben wird bald die Domäne der Computer sein.

Selbstbedienungskassen, die den Code der RFID-Chips an den Waren lesen können, machen die Kassiererin überflüssig. Ein einziger freundlicher Wachmann nimmt ihren Platz und den ihrer Kollegin(nen) ein. Bei Alarm wegen Unstimmigkeiten an der Kasse steht er gerne zur Verfügung.
Soll man seinen Kindern raten, einen Beruf zu wählen, der noch nicht komplett technisiert ist, in dem man noch seine sieben Sinne benutzen kann?
Pilot, Minenräumer, Arzt, Holzfäller, Barista, U-Bahnführer, Formel 1 Pilot, Radrennfahrer.
Obwohl…… der Pilot der zivilen Luftfahrt wird entlastet durch den Autopiloten.
… der Kampfpilot – wird degradiert zum Drohnenbediener, der seinen Arbeitsplatz in sicherer Distanz zum Geschehen am Fernsteuergerät in einem Kontrollraum am Boden bekommt.
… der Minenräumer hat seinen Räumroboter.
… der Arzt hat seinen Operationsroboter, der auch nach Tagen pausenlosen Einsatzes noch Präzisionslöcher in Knochen bohrt.
… der Maschinenführer eines Harvester legt im Hand- nein im Hebelumdrehen im Alleingang einen ganzen Wald um. Sein Kollege schreddert das wertlose Restholz, das, zu Platten gepresst, als Futter für (Sie erinnern sich?) Claudia dient.
… der Selbstbedienungskaffeeautomat ersetzt den Barista. Das bisschen Muster-in-den-Schaum-Gerühre ist bald Schaum von gestern.
… die führerlose U-Bahn fährt schon.
… der Formel 1 Pilot fährt noch,
… der Radrennfahrer…..

Doch mir fallen weitere Berufe ein:
Kellner, Busfahrer, Discjockey, Bundeskanzler, temperamentvoller Wettermoderator, Kirchenrestaurator.

Forts. folgt - etwas mehr zu “Forts. folgt”

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